Tempel und Krempel

Unsere dritte Rundreise führte uns von Tiruvannamalai über Vellore nach Kanchipuram.

Blick von unserer Hotelterrasse

Tiruvannamalai – ich schwöre, die Einheimischen bringen hier noch mehr „L“ und “ M“ unter beim Sprechen. Sehr schön ist die Felsgebirgslandschaft auf dem Weg dahin. Hier kann man sehen, welche Erosion Sonne und Regen herbeiführen.

Mobiler Mönch
Modell der Tempelanlage
Blick vor unserem Hotel

Vellore. Das Wetter kommt uns mit 25 Grad eigentlich entgegen. Das alte Fort hat faszinierende Mauern. Im goldenen Tempel ist fotografieren jedoch untersagt.

Aber die Stadt als solche ist ein einziger Schlamm. Hatte da nicht jemand im Vorfeld gesagt, Vellore ist ein trostloses D*****Nest, dass wir auslassen können? Na, vielleicht erinnere ich mich auch falsch. Hier bekommen wir allerdings das beste Essen in den ganzen 6 Wochen. Hammer! Obwohl wir ein super Hotel haben, gibt es wieder diese Spezialecken (im Hotel), wo man mit Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Methoden versucht, das Müllproblem zu beseitigen.

Dem Thema Müll widme ich noch einen gesonderten Erfahrungsbericht.

Kanchipuram – Stadt der Tempel. Über Verkehr schreibe ich jetzt nix mehr….

Hier stehen nach Mahabalipuram die ältesten Tempel. Tempel. Tempel. Tempel. Tempel. T…..

Über Thanjavur nach Trichy

Mit dem Verhandeln haben wir den Bogen noch nicht so raus. In Tranquebar wurden die Dinge von Tag zu Tag billiger auch ungefragt. Das wir mal wieder mehr als nötig bezahlt haben, merken wir spätestens dann, wenn wir etwas dazubekommen. Die Obstverkäuferin steckt uns meist extra noch ’nen Apfel in den Beutel.

Auf dem Weg nach Thanjavur gab es mit dem Bus nach Mayiladuthurai (diese Ortsnamen!) Probleme und wir mussten auf eine Rikscha zurückgreifen bis zum dortigen Busbahnhof. Der Fahrer schlug 600 Rupien vor, die wir anstandslos akzeptierten. Daraufhin gab es eine für uns undurchsichtige Diskussion zwischen 7 oder 8 Rikschafahrern. In deren Ergebnis fuhr uns jemand anderes – warum auch immer. Diesmal haben wir zu dem Fahrpreis noch eine ältere Dame dazubekommen.

In Mayiladuthurai sind wir dummerweise in den Bummelbus gestiegen und waren für 90 Kilometer am Ende 5 Stunden unterwegs. Die Tempelanlagen in Thanjavur entschädigen für alles.

Die Religionsausübung ist übrigens sehr spannend und hat streckenweise etwas sehr archaisches mit Blumenkränzen, Öllämpchen, Brandopfern und Opfergaben. Wir sind trotz oder gerade wegen unserem Atheismus immer ein bisschen sensibel und rennen nicht zu jedem Heiligtum an die vorderste Front. Es kommt uns eben auch recht privat vor.

Was mir jedoch etwas schleierhaft bleibt ist die innere Nutzung der riesigen Aufbauten. In eine Anlage, wo wir quasi einen ganzen Palast vermuten, trotteln wir den anderen Besuchern einfach hinterher. Schnell verengt sich der Gang, ok, es gibt jetzt auch kein Zurück mehr. Bald wird klar, wir landen gleich vor irgendeinem Altar. Was machen die Natives? Aha, sie zücken Geld – wir also auch. Vorne angelangt darf man sich einen Punkt auf die Stirn machen und kriegt ’ne Tüte heilige Asche. Alles klar! Aber was machen die in den ganzen Etagen darüber???

Mir fällt hier übrigens auf, daß die Formensprache teilweise ans Asiatisch-Chinesische erinnert. Es soll kulturgeschichtlich jedoch andersherum sein: Die Inder ham’s erfunden und die Chinesen ham’s kopiert. Ich lasse diese Info mal so stehen.

Gegen den Verkehr hier war Chennai regelrecht entspannend. Wir residieren allerdings auch am alten Busbahnhof und hier muss irgendwie jeder lang. Tagsüber geht’s ja noch, aber morgens und abends stapeln sich die Leute. Auf der Kreuzung regelt neben der Ampel noch ein Polizist den Verkehr. Man kann nur hoffen, der Mann kriegt Gefahrenzulage.

Wir sind morgens jedenfalls nicht dazu in der Lage uns im Gedränge in den richtigen Bus vorzukämpfen und fahren per Tuck-Tuck erstmal zum neuen Busbahnhof und von dort aus weiter nach Tiruchirappalli, liebevoll kurz Trichy genannt. Hier begreifen wir dann auch endlich, daß es sogenannte 1 to 1 Busse gibt, die direkt durchfahren.

In Trichy besuchen wir als erstes die (zu mindest angeblich) größte Tempelanlage ganz Indiens, vielleicht auch nur Tamil Nadus. Aber in der Tat, die Anlage ist riesig. Es gibt 7 Tore und Mauern und dreieinhalb Ringanlagen. Es lohnt sich die Sri Ranganatha Tempelanlage bei Google Earth von oben zu betrachten.

Außerdem hat man offensichtlich ein entspanntes Verhältnis zum Kommerz, alles gepflastert mit Händlern.

Wir leisten uns hier auch einen Führer um ein bisschen Details zu erfahren. Teile des Tempels sind aus dem 14. bzw. 16. Jahrhundert. Das gigantomanische ersteTor wurde jedoch in den 1980-ern fertig gestellt. Hey Leute, ich wechsel das Land, hier wird man als Künstler noch gebraucht!

Seltsame Anekdoten gibt es auch wieder. Aus heiterem Himmel schmeißt sich uns ein Paar um die 30 vor die Füße. Ich denke “ Selfie ist ja ok, aber das geht jetzt echt zu weit“. Unser Führer klärt uns auf. Kinderlose Paare absolvieren hier einen Parkurs und bitten alle Paare, die älter sind auf die Weise um Kindersegen. Ok, wenn das so ist, lassen wir uns schnell einführen in das ganze Ritual. (Aber so ganz die Richtigen sind wir nicht für das Thema.)

Nach dem Mittagessen wollen wir dann noch da hoch:

Nur irgendwas um die 300 Stufen. Unser Rikshafahrer erweist sich als extrem sportiv und turnt vor… Dabei ist das nur ein dünnes Männel.

In Trichy gibt es tatsächlich auch an verschiedenen Stellen in den Tempeln Schilder: „Hindus only“. Unser Fahrer ist sehr um unser Seelenheil bemüht und zeigt uns, was wir wie und wo im Kreis umrunden müssen und er schleppt uns dann vor den Priester, der uns nach kurzer Diskussion mit dem Männl ordnungsgemäß segnet, Hindu hin oder her.

Auf dem Weg durch Trichy mit dem Bus finde ich raus, dass der Busfahrer 2 Huptöne hat, die er unterschiedlich bespielt. Das ist also kein wahlloses Georgel, sondern Hupcode.

Thomas findet den Verkehr noch schlimmer als in Thanjavur, aber für meine Wahrnehmungsschwelle scheint das Maximum schon erreicht. Ich kann da keine Steigerung mehr feststellen. Auf dem Rückweg irren wir in Mayiladuthurai etwas ratlos von Busbahnhof 1 zu Busbahnhof 2. Bei dieser Gelegenheit ergibt sich noch folgendes schöne Bild.

Der Elektroingenieur

In dieser Rubrik gibt’s gleich noch eine Zugabe unter der Überschrift:

Dem Ingenör ist nix zu schwör

Für alle, die nicht gleich verstehen, was hier zu sehen ist: Eine Kondenswasserabflussvorrichtung für die Klimaanlage ganz im MacGyver Style konstruiert aus einer PET-Flasche, einer Wäscheleine, einem Eimer und einem Ziegelstein. Es ist immer gut, mit einem Architekten auf Reisen zu gehen.

Girls, Girls, Girls

Aus Gründen der künstlerischen Betriebsspionage habe ich mir gewünscht, die hiesige Mädchen-Schule zu besuchen. 1500 Schülerinnen und alle haben Affenschaukeln und Schleifen.

Am Schluss habe ich befürchtet, dass sie uns nicht mehr rauslassen…

Wundertütenbriefe

Das Stipendium ist natürlich nicht nur Reisespaß. Damit verbunden ist auch ein Workshop für Kinder.

Vor 300 Jahren wechselten Briefe zwischen den Franckeschen Stiftungen und Bartholomäus Ziegenbalg, zwischen Halle und Tharangambadi. Diesem Austausch verdanken die Franckeschen Stiftungen nicht nur eine große Sammlung historisch bedeutender Schriften in Deutsch und Tamil, sondern auch diverse Objekte, die heute im Indienschrank der „Wunderkammer“ zu bestaunen sind.

Für meinen Kinderworkshop habe ich mir einen Klassiker ausgesucht und ein Medium, das langsam aus der Mode gerät, mir aber immer noch viel bedeutet: Wir schreiben Briefe und stellen so den Kontakt her zwischen Kindern aus Halle und Tharangambadi. Um die Sprachbarriere zu umgehen, bestehen die Briefe jedoch aus relativ wenig Text. Statt dessen basteln wir Pop-Up-Karten. Die deutschen Kinder erfahren etwas über das Ziegenbalghaus, die indischen Kinder etwas über die Wunderkammer. Letztlich sind die „Wundertütenbriefe“ eine Art „Basisversion“ der Sammlung der Wunderkammer.

Auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen befinden sich auch heute noch verschiedene Schulen. Mit den Kindern aus dem Krokoseum gehen wir natürlich erstmal in die Wunderkammer, einer der schönsten Orte in Halle, den ich seit meiner Ankunft 1996 als Studentin sehr liebe. Begleitet werden wir von Asma Menon und Mercy, beide aus Tamil Nadu. Asma ist indische Künstlerin und im Austausch zu Stefan und mir gerade in Halle. Ihr Projekt besteht darin für das Ziegenbalghaus in Tharangambadi einen „Deutschlandschrank“ zu bestücken mit zeitgenössischen Objekten als Pendant zum „Indienschrank“ aus dem frühen 18. Jahrhundert. Mercy ist „Bufdi“, wie es heute so schön heißt.

Außerdem kann man sich im Erdgeschoß in der Ausstellung weitere indische Objekte ansehen und es gibt sogar Hörbeispiele in Tamil.

Danach sprechen wir über Indien, speziell Tamil Nadu. Mercy hat einen Auszug aus dem tamilischen Alphabet mitgebracht, wir gucken uns Bilder an von Tempeln. Dann geht es an´s Basteln. Asma und Mercy helfen dann auch kräftig mit, insbesondere die handgeschriebenen Briefe in Tamil zu übersetzen.

Ich kann es leider an dieser Stelle nicht unterlassen mich einmal ganz bitterlich über die deutsche Post zu beschweren. Es ist seit Juli 2019 nämlich nur noch möglich, Din A6 lang Standardkuverts nach Indien zu versenden. Abweichende Formate dürfen nur noch im Falle amtlicher Dokumente verwendet werden. Danke liebe Post AG, dass Ihr die Welt ohne Not ein Stück langweiliger gemacht habt!

Im Koffer nehme ich also 11 Überraschungsbriefe mit auf die Reise.

In Tharangambadi angekommen führe ich alle Mitarbeiterinnen des Ziegenbalghauses erstmal in die Materie ein. Danach bricht auch hier das Bastelfieber aus und hält bis auf Weiteres an…

Dann geht´s zu den Kindern im katholischen Hostel, eine Mischung aus Internat und Waisenheim. Dort wohnen 450 Kinder und die katholischen Schwestern leisten ein beeindruckendes Werk der Nächstenliebe.

Am ersten Abend besuchen wir die Kinder im Hostel. Zuerst erzählen wir von der 300 Jahre alten Beziehung zwischen Halle und Thrangambadi, zeigen Bilder von der Wunderkammer und den deutschen Kindern. Neonorange Schleifen heißt übrigens 5. Klasse. Weiße Schleifen haben die Erstklässler, schwarze Schleifen gibt es in der 8. Klasse und so hat jedes Schuljahr seine Farbe. Allerdings werden die Kinder hier bereits mit 5 eingeschult. Wie man sieht, geht es hier wesentlicher strenger zu als bei uns.

Vinoth und Kiruba übersetzen und erklären alles Mögliche. Dann verteilen wir die Briefe so mehr oder weniger nach dem Zufallssprinzip und übersetzen wiederum die meist kurzen Botschaften. Das Wesentliche sind ohnehin die selbstgebastelten Karten.

Am Sonntag geht´s dann nach einer kleinen Führung im Ziegenbalghaus an das Basteln und Schreiben der Antwortbriefe. Alle Mitarbeiter im Museum helfen mit, sogar Max und Josephine, die Bufdis. Das geht auch gar nicht anders, wegen der Sprachbarriere.

Am Schluss noch ein Gruppenbild in Reih und Glied…
Aber klar, die können auch anders…
.. und richtig Quatsch machen!

Insgesamt sind es nun 14 Antwortbriefe geworden, die ich alle einzeln mit Briefmarke von hier aus per Post nach Halle geschickt habe. Na bitte, geht doch! Hier im Postamt hat man sich amüsiert und mir extra Bilderbriefmarken rausgesucht.

Jetzt heißt es warten, warten, warten…

Auf den Hund gekommen

Nachdem es heute im strömenden Regen eine Stunde herzzerreissend vor dem Haus gefiept hat, hat Jasmin einen Welpen aus ’ner großen Fütze gefischt. Jetzt folgt uns die kleine Flohschleuder schon auf Schritt und Tritt.

Herrenlose Hunde sind hier alles andere als Mangelware. Aber Jasmin mit dem Hundehändchen, der ohnehin jeder Streuner treuherzig nachdackelt, hat sich wohl insgeheim auch einen Hund gewünscht. Man kann den kleinen Fusselrollen aber auch kaum widerstehen.

Glotze – oder – Shah Rukh und ich

Im Prinzip kommen wir ja selten an einem Fernseher vorbei, aber so dann und wann ergibt es sich eben doch. Es gibt hier so um die 100 Sender, bzw. danach habe ich aufgehört weiterzuschalten. Man kommt dabei gut mit indischer Eigenproduktion aus. Es gibt also auch eine Fernsehwelt ohne amerikanische Serien.

Überall lief auf dem ersten Programm eine Dauerseifenoper (vielleicht waren es auch verschiedene Soaps) im Verhältnis 1:1 mit Werbung, dramaturgisch bildhaft emotional, so dass man dem groben Storyboard auch ohne Sprachkenntnisse folgen kann. Die Schwiegermutter kommt jedenfalls immer ganz schlecht weg.

Super finde ich die Sender, die nur alte Tanzfilme oder sogar nur Schwarz-Weiß-Filme (erinnert an Cinema Nuovo Italia aus der gleichen Zeit) ausstrahlen. Eine Steigerung sind dann die Kanäle, wo ausschließlich nur noch die Tanzscenen aus den alten Filmen über den Bildschirm flimmern. Die Zeiten wandeln sich, der Schnurbart bleibt. Natürlich gibt es auch die Dauerwerbesender, nur das hier halt Idli-Dämpfer, Dosa-Pfannen und Gold zum allerbesten Preis vertrieben werden.

Damit ich für Tamil Nadu auch in Zukunft eine Einreisegenehmigung bekomme, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, zu betonen, daß man hier jenseits von Bollywood eine eigene, sehr erfolgreiche Filmindustrie betreibt, genannt Tollywood. Leider war ich im Flugzeug über den im Board Entertainment angebotenen Tollywood Science Fiction eingeschlafen aufgrund von Übermüdung. Dabei war der Anfang recht vielversprechend: Erst erscheinen auf allen Smartphons garstig zwitschernde Singvögelchen und dann fliegen den Leuten die Handys auf und davon. Ich versuchs noch mal auf dem Rückflug.

Wie auch immer, gleich im ersten Hotel mit Glotze habe ich zielbewusst „India got Talent“ eingeschaltet, diese sich seuchenhaft auf dem ganzen Planeten verbreitende Version von DSDS oder „Deutschland sucht das Supertalent“. Das einzig Interessante daran ist, dass man sich hierbei in jedem Land schnell informieren kann über die klischeehafte Norm der gesellschaftlichen Zusammensetzung und die Randgruppe, welche in der Akzeptanz der Zuschauer mehr Sympathie erfahren soll.

Danach erscheint ein Schnellzeichner, der unter dramatischer Musik eine Figur auf die Leinwand pinselt.

Es entspinnt sich folgende Debatte. Ich: „Ehj, das wird Shahrukh Khan, ganz klar!“ Thomas: “ Das sieht ihm doch kein Stück ähnlich!“ Ich: „Papperlapapp, wer soll das denn sonst werden.“… Was sage ich? „Ich hab’s geschrieben.“ – Bei uns Zuhause die Kurzform für „Ich hab das Drehbuch geschrieben“, wenn der Verlauf mal wieder klar vorhersagbar ist:

Danach sind die eigentlichen Moderatoren der Show so gut wie abgemeldet, denn Shahrukh, der theoretisch zur Jury gehört, springt bei jeder Nummer der Kandidaten mit auf die Bühne. Dabei macht er überhaupt keine Werbung für seinen neusten Film „RA.One – Teil XY“. Is‘ er nicht großartig?! Vinoth hat auch hier noch eine Zugabe beizusteuern:

Bauhaus war gestern

Ich muss noch mal auf unsere zukünftigen Weiterbildungsreisen für das deutsche Bauordnungsamt zurück kommen. Auch der SiGeKo, Sicherheits- und Gesundheitskoordinator, der auf deutschen Baustellen sicherstellt, dass jeder Schraubenzieher TÜV geprüft ist, wäre eine lohnenswerte Zielgruppe für unser zukünftiges Angebot. Bei uns gibt es 20.000 Verordnungen, hier scheint es kaum Regeln zu geben, was man baut, wie man baut und wo man baut. So sieht man relativ häufig halbe Häuser am Strassenrand, weil die Straße gerade verbreitert wird. Und ich glaube, die Leute wohnen da auch weiterhin.

Hier ist es nur ein Haus, aber wir haben im Vorbeifahren auch ganze Halbe-Häuser -Zeilen gesehen.

Eine Ästhetikpolizei gibt es jedenfalls auch nicht. Gebaut wird, was gefällt. Und erst die Farbkombinationen und liebevollen Details !

Glitzer-LED-Reklame wurde eigens für Indien erfunden, glaube ich

Ein beliebtes Motiv im öffentlichen Raum ist die goldene Statur einer bedeuten Persönlichkeit.

Im Rahmen unserer gesellschaftlichen Verpflichtungen waren wir neulich zum Essen eingeladen bei Mr. Aman Nath, Besitzer vom Bungalow On The Beach. Als Eigentümer eines Indien umspannenden Hotelimperiums geht er seiner Leidenschaft nach als „Architekt ohne Studium“, wie er gern selbst betont. Thomas schien sein Lieblingsgesprächspartner und er hat uns auf dem Handy Bilder von seinen Bauprojekten samt Baustellenansicht gezeigt. Unter anderem dieses fast italienisch anmutende Idyll, ein altes Fort auf einem Berg. Dabei ist, wenn ich es richtig verstanden habe, nur ein Teil alt, der andere neu.

Neemrana Fort Palace bei Jaipur

Eine andere beeindruckende Anlage war ein 2 Etagen unter die Erde gebautes SPA (wegen klimatischen Eigenschaften), ein Oktagon aus Naturstein und Licht. Insbesondere die Baustelle sah aus wie eine Grabungsstätte. Am Eingang stehen 2 Palmen, damit man oberirdisch erkennt, wo das Gebäude „steht“, oder besser, verbuddelt wurde. Sein Lebenswerk ist jetzt auch für einen internationalen Architekturpreis vorgeschlagen. Aman Naths vor 5 Jahren verstorbener Freund und Geschäftspartner Francis ist wiederum der Vater von Ernestos bestem Freund und so hängt das hier alles zusammen… Ich will jetzt wirklich keine Werbung machen, aber wer mal einen Blick auf den Chairman werfen will, folge diesem Link:

https://www.neemranahotels.com/about-us/founder-chairman.html

Mir wird langsam klar, warum unsere Jungarchitekten so gerne Projekte in der 2. und 3. Welt machen. Da kann man noch die Sau raus lassen, wenn man das nötige Kleingeld mitbringt oder über den passenden Mäzen verfügt.